Alles, was Sie rund um den Schulterprothesenwechsel wissen müssen

Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH



Schulterprothesen-
wechsel





  • Hat sich ein künstliches Schultergelenk gelockert, bereitet es oft Schmerzen und wegen der damit einhergehenden Beeinträchtigungen steht dann ein Austausch der Schulterprothese an.
  • OP Veranlassung
    In der Regel wird die Schulterprothese dann ausgetauscht, wenn sie locker ist. Meistens ist das im Durchschnittsfall etwa 10 bis 15 Jahre nach dem Ersteinbau notwendig. Es sollten passende Beschwerden vorliegen und diese Beschwerden sich mit der Bildgebung ( Röntgen, Szinitgramm, ggf. CT oder Kernspintomogramm ) decken. D.h. die angefertigten Aufnahmen sollten eine Lockerung bzw. den Verdacht einer Lockerung erhärten / bestätigen.

    Bei bestimmten Grunderkrankungen, wie z.B. dem Rheuma an der Schulter oder bei Infektionen der Schulterprothese kann eine Wechseloperation des künstlichen Gelenken selten nach einigen Monaten und manchmal nach wenigen Jahren bereits anstehen.

    Sondersituation bilden beispielsweise Ausrenkungen von Schulterprothesen, Wochen , Monate oder Jahre, nach dem Ersteinbau. Zum Beispiel inverse Schulterprothesen müssen in solchen Fällen offen operiert und die Komponenten neu eingestellt / angepasst werden.
  • Diagnostik
    Geäusserte Schmerzen geben den ersten Hinweis auf eine Lockerung der Schulterprothese. Ein Röntgenbild zeigt dann manchmal schon Veränderungen im Sinne der Verschiebung von Prothesenteilen oder eines Lockerungssaumes. U.U. kann das Anfertigen eines Szintigrammes sinnvoll sein. Eine Arthroskopie der Schulter liefert in der Regel keine Hinweise für eine Lockerung der Schulterprothese. Sie kann aber manchmal hilfreich sein, um ein Infektionsgeschehen an dem künstlichen Implantat auszuschliessen.

    Wenn es notwenig ist eine mögliche Lockerung noch detaillierter abzuklären, werden Schichtbilder wie eine Computer- oder Kernspintomografie angefertigt. Die Schichtbilder liefern wertvolle Hinweise über den Zustand der Rotatorenmanschette und damit für das auszuwählende Wechselimplantat, d.h. zur Operationsplanung der Schulterprothesenwechseloperation.
  • OP Technik
    Bei der Wechseloperation einer Schulterprothese handelt es sich um einen meist sehr aufwändigen, anspruchsvollen und durchaus auch manchmal schwierigen Eingriff.

    Man verwendet bei der Wechseloperation einer Schulterprothese öfter die alte Narbe. Es kann aber auch durchaus notwendig sein, einen vollkommen neuen Zugang anzulegen. Während der Betroffene in Narkose ist, wird das Schultergelenk eröffnet und die gelockerte Prothese inspiziert. Ggf. werden Abstriche hinsichtlich Bakterien oder Gewebeproben zu dieser Zeit entnommen.

    Die alte Schulterprothese wird mittels verschiedener Werkzeuge entfernt. Je nach Fixierungsart ( zementiert oder zementfrei ) und Ausmass der Lockerung, kann es unterschiedlich schwierig sein das alte künstliche Schultergelenk zu entfernen. Zu dieser Zeit wird versucht den Grund für die Lockerung der Schulterprothese zu ermitteln. Die alte Prothese wird entfernt und anschliessend die Neue implantiert. Beim Wiedereinbau bereitet man meistens zunächst den Schaft vor und wendet sich dann erst einmal dem Einbau der künstlichen Pfannen zu. Probeimplantate erleichtern es die richtige Passform der Prothesenteile zu finden. Sind die gewünschten Komponenten der neuen Prothese ausgemacht, werden die Originalteile anschliessend eingebaut.
  • Nachbehandlung
    Der Krankenhausaufenthalt dauert etwa 7 bis 10 Tage. Während dieser Zeit und für insgesamt 4-6 Wochen nach der Operation wird der Arm meistens in einer Schiene getragen.
    In den ersten Tagen nach der Operation werden die Verbände etwa alle 1-3 Tage gewechselt und die Wunde kontrolliert. Circa nach 10 bis 12 Tagen entfernt man die Hautfäden.
    In den ersten Tagen nach dem Wechsel einer Schulterprothese beginnt die Physiotherapie. Manchmal kann es bei aufwändigen Wechseln notwendig werden auf die Krankengymnastik anfänglich zu verzichten damit das Operationsgebiet zunächst Gelegenheit hat in Ruhe zu verheilen. Der operierte Arm und Schulter werden in Dendriten Wochen meistens passiv durchbewegt.
    Wenn circa 4-6 Wochen vergangen sind, fängt man mit aktive geführten bzw. direkt aktiven Bewegungen an.
  • Alternativen
    Ist einmal eine Schulterprothese eingebaut und lockert sie sich, gibt es eigentlich keine wesentlichen Alternativen zum Wechsel der Prothese. Je weiter sich das Implantat lockert desto mehr knöchernen Flurschaden / Zerstörung hinterlässt es üblicherweise. Deshalb ist es sinnvoll, mit dem Austausch des künstlichen Gelenkes nicht all zu lange zu warten.

    Ausnahmen bilden beispielsweise schwerstkranke Patienten, welche man gar nicht operiert oder - um die Belastung gering zu halten - nur die Schulterprothese ausbaut.
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Orthopädie, Schultersprechstunde, Klinikum Dortmund ( Mitte ), Beurhausstrasse 40, D-44137 Dortmund, 0231-953-21851

Autor und Ansprechpartner: Dr. med. Roland Sistermann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Leitender Arzt Schulter- und Ellenbogenchirurgie, Orthopädie, Klinikum Dortmund-Mitte