Klettern und die Verletzungen an der Schulter - dieses Wissen ist notwendig und wichtig

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Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH


Klettern

- Schulterverletzungen und Schultererkrankungen -



von: Dr. med. Roland Sistermann


Bouldern, Klettern, Climbing, Schulter




1. Typische Verletzungen
Gerade Stürze beim Klettern sind prädestiniert für Verletzungen an der Schulter. Aber auch die jahrelange Überkopfaktivität beim Felsklettern und Bouldern führt zu Problemen an der Schulter. Dabei sind ältere und erfahrenere Kletterer, welche auf hohem Aktivitätsniveau klettern, besonders betroffen.



2. Schulterprellungen und -zerrungen
Im Vordergrund stehen bei Stürzen während des Kletterns Prellungen und Zerrungen der Schulter. Frauen und Männer sind gleichermaßen von solchen Verletzungen an der Schulter betroffen. Bei einer stärkeren Quetschung oder Prellung der Schulterregion kann es u.U. zu Quetschungen des Knochens ( meist des Oberarmkopfes ) kommen - einem sog. "bone bruise".



3. Schulterinstabilitäten:
Fällt der Zusammenstoß oder Sturz heftiger aus, kommt es zu Ausrenkungen der Schulter. Je jünger der Verletzte ( 20 bis 35 Jahre alt ) desto eher gehören diese Schulterluxationen frühzeitig operativ stabilisiert. Eingrenzen kann man die Schäden einer ausgerenkten Schulter beim Klettersport durch ein Kernspintomogramm. Es zeigt Veränderungen, wie eingerissene Knorpellippen, Einblutungen ins Schultergelenk oder Sehnenanrisse.



4. SLAP Läsionen
Beim Sturz auf den ausgestreckten Arm vom Fels muss man an SLAP Läsionen - sog. Einrissen an der oberen Knorpellippe - der Schulterpfanne denken.

Die Überkopfaktivität verursacht infolge Gewebeermüdung die SLAP Läsionen ebenso - nicht nur der Sturz. Insbesondere Felskletterer sind von SLAP Läsionen - im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung - wesentlich häufiger betroffen. Sie profitieren von einer Sehnenfixation ( Tenodese ) der langen Bizepssehne mehr als von einer Rekonstruktion, insbesondere wenn der Klettersport nach der arthroskopischen Operation fortgeführt werden soll.



5. Weitere Schulterverletzungen
Bizepssehnenrisse sind beim Klettern eher selten anzutreffen und meistens auf einen Verschleiß zurückzuführen.

In schweren Fällen kann es nach Stürzen aus der Wand zu Brüchen des Oberarmkopfes oder Schlüsselbeines bzw. Sprengungen des Schultereckgelenkes kommen.

Auch Schulterschmerzen infolge Impingementproblemen und Einklemmungen unter dem Rabenschnabelfortsatz ( sog. subcoracoidales Impingement ) sind nach jahrleanger Überkopfaktivität immer wieder beim Sportkletterer zu beobachten.


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Wissenschaftliche Literatur:
1. van Middelkoop M, et al, Incidence and risk factors for upper extremity climbing injuries in indoor climbers, Int J Sorts Med, 36(10):837-842, 2015
2. Schöffl V, et al, Coracoid impingement syndrome due to intensive rock climbing training, Wilderness Environ Med, 22(2):126-129, 2011
3. Runer A, et al, A 1-year prospective analysis of ice climbing injuries, Clin J Sports Med, 27(2):161-167, 2017
4. Jones G, et al, The epidemiology of rock-climbing injuries, Br J Sports Med, 42(9):773-778, 2007

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