So wird die erkankte und verletzte Schulter untersucht ...

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Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH


Die Untersuchung der Schulter



von: Dr. med. Roland Sistermann


Untersuchung, Arzt, Schultergelenk


Die Analyse der Schulterprobleme setzt sich aus mehreren Schritten zusammen:

1. Der Befragung über und Schilderung Ihrer Probleme ( sog. Anamneserhebung ).

2. Der eigentlichen körperlichen Untersuchung, inklusive Schulterspezialtests.

3. Der Anforderung bildgebender Verfahren ( Ultraschall, Röntgenbilder, u.a. )

Zunächst bekommen Sie Gelegenheit Ihre Probleme, die Sie an der Schulter quälen, zu schildern. Wichtig sind hier Angaben, seit wann, wie lange und wie oft beispielsweise Schmerzen auftreten. Ob das Auftreten der Schmerzen bei bestimmten Bewegungen vonstatten geht oder, ob eine tageszeitliche Abhängigkeit vorliegt ( beispielsweise: häufige Nachtschmerzen ). Sind Ihre Schulterschmerzen bisher völlig im Unklaren geblieben, können Sie Ihrem Arzt wertvolle Hinweise geben, wenn Sie auch einmal über Erkrankungen der Organe / Strukturen in der Nachbarschaft der Schulter nachdenken ( Liegt vielleicht ein Verschleiss an der Halswirbelsäule vor ?; Sind Erkrankungen an Herz, Lunge, Gallenblase, o.ä. bekannt ? )

Danach wird Sie Ihr Arzt gezielt zu Ihren Problemen nochmal befragen und in die Tiefe gehen.

Der Schilderung und Befragung schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Man wird sich einen Überblick der Bewegungsfähigkeit Ihrer Schulter verschaffen und problembezogene gezielte Tests der durchführen. Mancher Laie bezeichnet das u.U. als "Arm verdrehen". In aller Regel geht das sanft und schonend vonstatten und es gibt Ihrem Behandler sehr wertvolle Hinweise. Es existieren zahllose Tests, um die Schulter untersuchen zu können.

Zur Diagnostik von Rotatorenmanschettenrissen werden Verfahren wie der Empty Can Test, Full Can Test, der Painful Arc, der Yokum und Patte-Test wie auch Whipple-Test und ein Teil der sog. Lag Zeichen uvm., eingesetzt.

Impingementsyndrome erfasst man z.B. mit den Impingementtesten nach Neer- oder Hawkins- / Kennedy- als auch mit dem Jobe-Test.

Zur Diagnostik von Verschleißerscheinungen am Schultereckgelenk dienen der Cross Over Test, der Painful Arc wie auch der Paxios- und Extensions-Widerstandtest sowie der schmerzhafte Bogen.

Zur weiteren körperlichen Untersuchung ist regelmäßig auch eine Untersuchung der Nachbarorgane / -strukturen notwendig, da diese in Form von Schmerzen in die Schulter ausstrahlen können ( beispielsweise die Halswirbelsäule ). Der Mediziner nennt das auch "projizierte Schmerzen" pder "referred pain".

Nach der Durchführung der o.g. ersten beiden Schritte der Schulteruntersuchung wird zu entscheiden sein, ob eine weiterführende apparative Diagnostik, wie Ultraschall oder Röntgen - bzw. mehr - notwendig sein wird. Oft sind bereits Schichtbilder, wie z.B. Kernspintomogramme angefertigt worden. Diese gilt es dann auszuwerten und gemeinsam zu besprechen.


Wissenschaftliche Literatur:
1. Bokshan SL, et al, An evidence-based approach to differentiating the cause of shoulder and cervical spine pain, Am J Med, 129(9):913-918, 2016
2. Greenberg DL, Evaluation and treatment of shoulder pain, Med Clin North Am, 98(3):487-504,2014
3. Barratt J, History taking and clinical examination of the shoulder, Emerg Nurse, 17(1):26-33, 2009
4. Burbank KM, et al, Chronic shoulder pain: part I. Evaluation and diagnosis, Am Fam Physician, 77(4):453-460, 2008


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