Das wichtige und wesentliche Wissen zu Lockerungen künstlicher Schultergelenke

Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH


Die

Schulterprothesen-

lockerung



Lockerung, Schulterprothese, Schulterpprothesenlockerung


Inhaltsverzeichnis:
1. Definition
2. Entstehung
3. Diagnose
4. Behandlung
5. natürlicher Verlauf
6. Aufwand


1. Was ist eine Schulterprothesenlockerung ( Definition ) ?
Unter der Lockerung einer Schulterprothese versteht man die Lösung von Teilen oder der gesamten Schulterprothese aus ihrer knöchernen Verankerung. Es können entweder der Schaft der Schulterprothese, welcher im Oberarm steckt, oder die künstliche Schulterpfanne (Glenoid) wie auch beide Teile gelockert sein.


2. Warum lockert sich eine Schulterprothese ( Ätiologie ) ?
Wenn ein künstliches Schultergelenk - nach etwa 10-15 Jahren - die Grenze seiner Lebenserwartung erreicht hat, beginnt es sich zu lockern, weil Knochenumbauprozesse des menschlichen Körpers oder auch Materialermüdung dazu führen.
Versagt ein künstliches Schultergelenk bereits nach einigen Monaten oder wenigen Jahren bezeichnet man das als "Frühlockerung". Schwelende unterschwellige Infektionen der Schulterprothese, operationsbedingte Gründe oder auch Ursachen, welche im Material liegen, sind nur einige Beispiele, warum sich eine Schulterprothese frühzeitig lockern kann.



3. Wie stellt man eine Schulterprothesenlockerung fest ( Diagnostik ) ?
Oft erkennt man die Zeichen der Lockerung einer Schulterprothese auf Röntgenbildern. In solchen Fällen stellt sich die Lockerung beispielsweise in Form eines "Saumes "dar. Beim Vergleich mit früheren Röntgenbildern können auch verschobene Prothesenanteile oder Veränderungen der Position des künstlichen Schultergelenkes hinweisend für eine Lockerung sein.
Zwecks weiterer und detaillierter Abklärung sowie Vorbereitung zur Wechseloperationen werden in solchen Situationen Schichtbilder, wie zum Beispiel eine Kernspintomographie oder Computertomographie der Schulter durchgeführt.
Hilfreich ist ebenso unter Umständen das Anfertigen einer Szintigraphie der Schulter beziehungsweise in Spezialfällen die Durchführung von Verfahren wie eines Leukozytenszintigrammes.


4. Wie behandelt man eine Schulterprothesenlockerung ( Therapie ) ?
Die Lockerung eines künstlichen Schultergelenkes ist nahezu immer eine klare Veranlassung operativ tätig zu werden und die Schulterprothese auszutauschen.
Der Typ des neu einzubauenden Schultergelenkes ist von der Art der Schulterprothese, welche sich gelockert hat, dem Ausmaß des Knochenverlustes oder beispielsweise auch dem Zustand der Weichteile, das heißt der Qualität der schulterumgebenden Muskeln und Sehnen wie auch vom Allgemeinzustand des Patienten/-tin abhängig.


5. Kann man eine gelockerte Schulterprothese unbehandelt lassen ?
Abgesehen von den zunehmenden und regelmäßig deutlichen Schmerzen unter denen der/die Betroffene leiden, führt das Ausschlagen der Prothese zu wesentlichen Schäden der Knochen an der Schulter oder auch den Muskeln und Sehnen.
Deshalb ist es nur in wenigen Ausnahmefällen (zum Beispiel: schwerste Allgemeinerkrankungen und nicht gegebene Operationsfähigkeit) angebracht eine gelockerte Schulterprothese eher unbehandelt zu belassen. In fast allen Fällen führt die Schulterprothesenlockerung zur operativen Wechseloperation.


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Röntgen: Ausgerenkte Schulterprothese.



6. Wie aufwändig ist der operative Wechsel einer Schulterprothese ?
Es handelt sich dabei fast immer um eine große Operation, welche durch entsprechende Spezialisten und Zentren durchgeführt werden sollte. Die Zeitdauer der Wechseloperation einer Schulterprothese hängt stark vom Einzelfall und den individuellen Umständen ab. Eine solche Operation kann zwischen einer bis 8 Stunden liegen. Meistens dauernd Wechseloperationen von Schulterprothesen im Mittel etwa 2-4 Stunden.


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