Die Behandlung der Schulter ohne eine Operation: wann, was, welche Methoden, uvm. ...

Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH



Schulterbehandlung

ohne

Operation


Physiotherapie, Krankengymnastik, Schulter, Schulterblatt


Inhaltsverzeichnis:

1. Welche Schulterprobleme werden ohne Operation behandelt ?

2. Wann beginnt man Schulterschmerzen zu behandeln ?

3. Welche Behandlungen gibt es, um Schulterprobleme ohne eine Operation zu behandeln ?

4. Was muss ich beachten, wenn es doch zur Operation kommt ?



1. Welche Schulterprobleme werden ohne Operation behandelt ?
Es werden sehr viele Schulterprobleme ohne eine Operation behandelt. Ausnahmen bilden z.T. Stürze mit Oberarmkopfbrüchen, Schlüsselbeinbrüchen, u.U. bösartige Tumoren. Die nichtoperative Herangehensweise ist in der Mehrzahl der Fälle bei Schulterschmerzen der Standard. Klassische Beispiele sind z.B. Sehnenentzündungen der Bizepsehne oder Schleimbeutelentzündungen. Eine Narkose kann man vereinzelt nicht umgehen, z.B. wenn eine ausgerenkte Schulter nicht ins Gelenk zurückspringen will. Aber es muß lange nicht jede ausgerenkte Schulter operiert werden.
Ein Verschleiß an der Schulter lässt sich oft über Jahre mit verschiedenen konservativen Therapien gut behandeln.
In der Mehrzahl der Fälle braucht bei Schulterproblemen also gar nicht das Messer geschwungen werden.


2. Wann beginnt man Schulterschmerzen zu behandeln ?
Man beginnt mit der nichtoperativen Therapie von Schulterschmerzen, wenn sich diese durch Abwarten oder Eigenbehandlung nicht in den Griff bekommen lassen. Zuvor wird eine ärztliche Untersuchung durchgeführt und ggf. Ultraschall- oder Röntgenbilder angefertigt. Manchmal ist auch eine tiefergehende Diagnostik mittels Schichtbildern oder anderen Verfahren von Nöten.


Medikamente, Pillen, Tabletten
3. Welche Behandlungen gibt es, um Schulterprobleme ohne eine Operation zu behandeln ?
Es gibt zahllose nichtoperative Schulterbehandlungen. An dieser Stelle kommentieren wir die gängigsten Therapien, welche Ihnen helfen um eine Operation herumzukommen. Eines vorab: Die eine und beste Behandlung für ein Problem an der Schulter gibt es nicht. Dazu sind die Schultererkrankungen und - verletzungen zu vielfältig und die individuellen Probleme zu unterschiedlich. Alle Behandlungen haben Vor- und Nachteile. Es gilt in Zusammenarbeit mit ihrem behandelnden Arzt, die für Sie richtige Therapiekombination zu finden.

Medikamente: Gebräuchlich sind sog. Entzündungshemmer und / oder Schmerzmittel. Sie haben den Vorteil, daß sie effektiv und schnell, vor allem gegen Schmerzen, wirken. Nachteilig sind u.U. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Unverträglichkeiten / Allergien gegen bestimmte Wirkstoffe. Die Einstellung „Ich nehme sowieso keine Tabletten ein!“ ist aus der Sicht des Arztes nicht immer gerade hilfreich, weil entsprechende Medikamente schon sehr effektiv, z.B Entzündungen, beeinflussen können. Im Allgemeinen gilt: einige Tage konsequent durch einnehmen - auch wenn es zwischenzeitlich nicht mehr schmerzt - ist viel effektiver als das ständige bedarfsweise Schlucken ( also: immer dann mal, wenn es schmerzt und ansonsten nicht ).

Physiotherapie / Krankengymnastik: Sie kann äusserst effektiv sein, und zwar beim richtigen Erkrankungsbild an der Schulter. Der Vorteil der Physiotherapie besteht darin, daß man sich die Medikamenteneinnahme ggf. sparen kann. Nachteilig ist der verhältnismässig hohe Zeitaufwand, gerade für Zeitgenossen, die beruflich sehr eingespannt sind. Vereinzelt kann eine Krankengymnastik sehr frustran ( für den Physiotherapeuten /-in und Patienten /-in ) werden, wenn das Erkrankungsbild hartnäckig ist, z.B. eine Schultersteife.
Eine Sonderform der Physiotherapie ist die Sportphysiotherapie, welche sich ganz auf die Versorgung von Sportlern und deren begleitender Trainingsoptimierung kümmert.

Spritzen: Sie sind besonders effektiv in der Akutphase, d.h. wenn heftige Schulterschmerzen bestehen ( z.B. beim Impingement, Schultereckgelenkverschleiss, Schleimbeutelentzündungen, der Kalkschulter, uvm. ). Spritzen haben den Vorteil, daß sie sehr schnell helfen. Die Wirkung kann einige Stunden bis z.T. wenige Wochen anhalten. Der Nachteil einer Spritzenbehandlung an der Schulter ist der Umstand, daß das Setzen der Spritze selbst unangenehm sein kann. Die Möglichkeit einer Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, welche man sonst noch einnimmt, oder auch die Reaktion mit einer Unverträglichkeit oder Allergie besteht bei der Spritzentherapie genauso wie bei Medikamenten. Üblich ist an der Schulter die Injektion von Substanzen wie örtlichen Betäubungsmitteln, Kortison oder Hyaluronsäure - alleine oder in Kombination.

Akupunktur: Auch die fernöstliche Medizin hat ihren Stellplatz in der Schulterbehandlung. Mit ihr können insbesondere chronische Schulterschmerzen gut beeinflusst werden. Der Vorteil der Akupunktur besteht in dem Einsparen von Medikamenten und deren Begleiteffekten. Nachteilig ist die bisweilen etwas „piecksige“ Therapie. Nicht jeder Patienten /-in mit Blutgerinnungsstörungen oder Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten kann der Akupunktur unterzogen werden und die Wirkung der Akupunkturnadeln tritt nur selten sofort auf. Sie braucht meistens einige Wochen, hält aber dafür umso länger an.

Physikalische Therapie: Darunter versteht die Anwendung vielfältiger Methoden, wie des therapeutischen Ultraschalls, Wärme- und Kälteanwendungen, Bestrahlungen, der Iontophorese, uvm. Es ist gewissermassen eine sanfte elektrische Therapie. Die physikalische Therapie kommt weitgehend ohne Medikamente aus. Sie ist alleine angewandt nicht ganz so effektiv und nutzt vor allem in Kombination mit den anderen, zuvorgenannten, Behandlungsmethoden.

Stosswellentherapie ( Lithotripsie ): Es handelt sich um ein Behandlungsverfahren, welches an der Schulter klassischerweise zur Therapie der Kalkschulter eingesetzt wird. Ähnlich wie bei der Zertrümmerung von Nierensteinen, werden Schallwellen gebündelt und auf die Kalkablagerung ausgerichtet, mit dem Ziel diese zu zerstören. Die Stosswellentherapie hilft nicht in allen Fällen. Sie hat den Vorteil, daß man u.U. eine operative Kalkentfernung, gerade der chronischen Kalkdepots, umgehen kann. Sie ist nicht ganz schmerzfrei und eine IGEL Leistung. Was bedeutet, daß die Kosten in den meisten Fällen selbst getragen werden müssen.



4. Was muß ich beachten, wenn es doch zur Operation kommt ?
Sollte die Schulterbehandlung ohne Operation nicht fruchten und steht die Diskussion und Entscheidung über eine Schulteroperation an, gibt es einiges zu beachten. Wir haben Ihnen einmal ein paar - wie wir meinen - recht wertvolle Hinweise zusammengestellt. Lesen Sie mehr …


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