Die Schulterprothese ohne Stiel: Alles notwendige Wissen

Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH



Schaftfreie /

schaftlose

Schulterprothese




schaftfreie, schaftlose, Prothese, Schulter


  • Die schaftfreie / schaftlose Schulterprothese ist ein künstliches Gelenk. Ihr Kennzeichen ist es, dass sie über einen sehr kurzen bzw. gar keinen Stiel verfügt ( im Vergleich zu einer konventionellen Schulterprothese ).
  • Vor- und Nachteile
    Die Vorteile bestehen darin, dass es ein recht kleines Implantat ist und gute Rückzugsmöglichkeiten im Falle einer Lockerung bietet. D.h. man kann einfacher als bei den grösseren Prothesen einen Austausch / Schulterprothesenwechsel vornehmen.

    Nachteilig ist der Umstand, dass man schaftfreie / schaftlose Schulterprothesen nicht bei einer Osteoporose einsetzen kann, der Knochen ist dann zu weich, um diesen Prothesen Halt zu verschaffen.
  • OP Veranlassung
    Schaftlose / schaftfreie Schulterprothesen werden beim konventionellen Schulterverschleiss ( Omarthrose ), der Oberarmkopfnekrose und anderen Zerstörungen des Schultergelenkes eingebaut.
  • Gründe Operation
    Eine schaftfreie / schaftlose Schulterprothese wird eingebaut, weil der / die Betroffene Schmerzen in der Schulter verspürt - auch Nachtschmerzen, welche mit anderen nichtoperativen Mitteln ( Schmerztabletten, Bestrahlungen, Akupunktur, Physiotherapie ) nicht in den Griff zu bekommen sind.
  • OP Risiken
    Es gelten für die schaftfreie Schaftlose allgemeinen Risiken jeder Operation, wie: Thrombose, Embolie, Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung, Gefäss-/ Nervenschäden. Die Prothese könnte theoretisch ausrenken. Brüche des Oberarmschaftes - wie bei der konventionellen Schulterprothese - kommen nicht vor, weil der Oberarmschaft beim Einbau der Cupprothese nicht eröffnet werden muss. Im Allgemeinen ist Komplikationsrate beim Einbau von Schulter Cup Prothesen gering. Vorkehrungen, wie die Verwendung von Thrombosespritzen, steriles Operieren, die vorbeugende Gabe von Antibiotika gehören zur Tagesroutine.
  • Nachbehandlung
    In den ersten Tagen werden Schmerzmittel verabreicht, die Schulter wird gekühlt und die Wunde mittels Verbandwechseln kontrolliert. Während des etwa 5 bis 7 Tage dauernden stationären Krankenhausaufenthaltes wird krankengymnastisch geübt und eine Patientenschulung im Umgang mit der Schiene vorgenommen. Eigenübungen für die Zeit nach der Entlassung, zuhause, werden gezeigt. Etwa nach 10 bis 12 Tagen werden die Fäden der Hautnaht entfernt. Eine Schulterschiene wird circa 4-6 Wochen getragen. In den ersten 4-6 Wochen wird aus der Schulterschiene heraus passiv geübt, und zwar zuhause - vor Ort - mit Ihrem Physiotherapeuten. Nach Abnahme der Schiene, beginnt die aktive Übungsbehandlung. Die Nachbehandlung dauert etwa 8 bis 12 Wochen. Das Erreichen der Arbeitsfähigkeit hängt u.a. davon ab, welcher Beruf ausgeübt wird, wie man zur Arbeitsstätte gelangt und welcher Arm operiert wurde. Im Allgemeinen gilt: Je eher es sich um eine Büro- / kaufmännische Tätigkeit handelt desto eher kann begonnen werden. Bei schwerer körperlicher Arbeit ( z.B. Tiefbau, etc. ) kann es bis zum Erreichen der Arbeitsfähigkeit etwa 3 Monate dauern. Aufsichtsführende und leichte Bürotätigkeiten können bereits nach 7 bis 10 Tagen begonnen werden. Die zu erwartende Arbeitsunfähigkeitszeit ist im Einzelfall sehr unterschiedlich und individuell abzuschätzen.
Alle öffnen



Orthopädie, Schultersprechstunde, Klinikum Dortmund ( Mitte ), Beurhausstrasse 40, D-44137 Dortmund, 0231-953-21851






Autor und Ansprechpartner: Dr. med. Roland Sistermann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Leitender Arzt Schulter- und Ellenbogenchirurgie, Orthopädie, Klinikum Dortmund-Mitte