Wissenswertes über den Muskellappentransfer mit dem Pectoralis major Muskel

Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH



Pectoralis major

Transfer



Latissimus dorsi Transfer, Lappen, Rotatorenmanschettenriss


Scapula alata infolge einer Serratus anterior Lähmung. Das rechte Schulterblatt steht schmerzhaft ab ( rote Pfeile ). Eine klassische Veranlassung einen Pectoris major Transfer durchzuführen





  • Der Begriff "Pectoris major" entstammt der lateinischen Sprache und es handelt sich um einen Muskel des menschlichen Körpers. Übersetzt bedeutet "Pectoris major" soviel wie: der grosse Brustmuskel. Wenn man die Brust von Bodybuildern / Kraftsportlern anschaut, ist dieser Muskel sofort vorne oben am Brustkorb zu beiden Seiten gut sichtbar.
    Der Pectoris major Transfer ist eine Schulteroperation. Dabei wird der grosse Brustmuskel - aus unterschiedlichen Gründen - versetzt.
  • OP Veranlassung
    Man versetzt den Pectoris major Muskel aus verschiedenen Gründen. An dieser Stelle wird auf die orthopädischen Veranlassungen eingegangen den Muskel zu versetzen und nicht z.B. auf plastisch chirurgische Gründe.
    Ein klassischer Grund ist ein grosser vorderer oberer Defekt der Rotatorenmanschette an der Schulter, welcher mit normalen Nahtmassnahmen nicht mehr verschliessbar ist ( weil er z.B. zu gross ist oder die Gewebequalität zu schlecht ist ). In diesem Fall schwenkt man den Muskel mit seiner Sehne in den Defekt hinein, um das Loch in der Rotatorenmanschette zu verschliessen

    Ein weiterer Grund einen Pectoris major Transfer durchzuführen ist die Lähmung des Serratus anterior Muskels. Der Serratus Muskel liegt an der seitlichen Brustkorbwand und kann nach Unfällen, Tumoren etc. geschädigt sein. Ausstreckenden Armbewegungen, wie z.B. boxende Bewegungen, sind dann nicht mehr möglich und das Schulterblatt steht schmerzhaft ab, weil die muskuläre Führung des Schulterblattes nicht mehr gegeben ist ( sog. Scapula alata ). Teile des Pectoris major Muskels werden abgelöst und direkt an der Brustkorbwand entlang nach hinten durch die Achselhöhle gezogen und am äusseren Schulterblattrand festgemacht, um das schmerzhaft abstehende Schulterblatt zu fixieren.
  • OP Risiken
    Es gelten zunächst die üblichen und gängigen allgemeinen Operationsrisiken der Thrombose, Embolie, Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung, Gefäss- und oder Nervenschäden.
    Im Speziellen ist es möglich, dass der versetzte Pectoris major Muskel nicht anheilt oder die Nähte der Transplantation in den ersten Tagen und Wochen abreissen können. Das kann sich dann als sichtbare Beule bemerkbar machen.
  • Nachbehandlung
    Der operierte Arm wird üblicherweise in einer Schulterschiene für etwa 4 bis 6 Wochen gelagert. Aus der Schiene heraus wird eine passive physiotherapeutische Übungsbehandlung durchgeführt. Danach schliesst sich eine Phase der aktiven Übungsbehandlung an. Damit der Muskel seine neue Aufgabe lernt sind unterstützende Biofeedbackübungen günstig. Etwa ab der 12. Woche kann mit einer vollen Alltagsbelastung gerechnet werden.
    Sport, welcher den Brustmuskel belastet, kann nach etwa 4-6 Monaten begonnen werden und andere nichtbelastende Sportarten eher.
  • Fachbegriffe
    Pectorals major Transfer
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