Das müssen Sie zur operativen Behandlung von Knorpelschäden und Knorpelverletzungen an der Schulter wissen

Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH



Knorpelbehandlung

der Schulter




Video ( 1:23 Min ): Sie sehen einen Verschleiss ( Arthrose ) in der rechten Schulter und die Durchführung einer endoskopischen Knorpelglättung / Gelenktoilette an Schulterpfanne und Oberarmkopf.




  • Das Schulterhauptgelenk wird vom Oberarmkopf und der Schulterpfanne gebildet. Beide sind flächig von einer wenige Millimeter messenden glatten Knorpelschicht überzogen. Bei einem Verschleiss an der Schulter ( einer sog. Omarthrose ) ist diese Knorpelschicht in unterschiedlicher Ausdehnung und Ausmass abgerieben. Wenn dieser Knorpelabrieb noch nicht zu weit fortgeschritten ist ( bei einem leichten und mittleren Verschleiss, also 1. und 2. Grades ) wird der Knorpel endoskopisch geglättet. Die Knorpelglättung ist folglich ein Operationsverfahren an der Schulter, welches durch´s Schlüsselloch ( arthroskopisch ) vorgenommen wird, und zwar mit dem Ziel den Schulterverschleiss hinauszuzögern und die mit dem Verschleiss an der Schulter verbundenen Schmerzen zu lindern / zu beseitigen.
  • Veranlassung Behandlung
    Eine Knorpelglättung / Gelenktoilette ist dann angebracht, wenn ein schmerzhafter Schulterverschleiß (Omarthrose) vorliegt, welcher auf nichtoperative Behandlungen wie zum Beispiel Medikamente, Physiotherapie, Akupunktur, Bestrahlungen, Spritzen, et cetera nicht mehr anspricht. Ist der Verschleiß in der Schulter noch nicht zu weit fortgeschritten, also von leichter bis mittlerer Ausprägung, macht es Sinn diese Glättung des Knorpel im Schultergelenk durch´s Schlüsselloch vorzunehmen.
    Dabei kann man die Knorpelglättung mit anderen Operationsverfahren wie einer Mikrofrakturierung, Entfernung entzündeter Gelenkschleimhaut in der Schulter oder der arthroskopischen Entfernung freier Gelenkkörper aus der Schulter kombinieren.
  • Foto
    Schulter, Knorpelschaden, Knorpeldefekt

    Blick von hinten durch´s Schlüsselloch in die rechte Schulter: Der leichte bis mittelgradiger Verschleiss ist eine Veranlassung eine Knorpelglättung / Gelenktoilette an der Schulter durchzuführen.

  • OP-Technik
    Während der Operation wird, nach sterilem Abwaschen und Abdecken, ein kleiner Schnitt an der Rückseite der betroffenen Schulter angelegt und von dort eine Endoskopiekamera ins Schulterhauptgelenk eingeführt. Man kann dann die Situation in der Schulter, während des Eingriffes im Operationssaal, auf einem Fernsehmonitor verfolgen. Ist die Situation im Gelenk durch das Schlüsselloch analysiert, werden anschließend eine oder mehrere kleine Schnitte als Arbeitszugänge für das Werkzeug angelegt. Über diese sogenannten „Portale“ werden Präzisionsfräsen eingebracht, welche eine Glättung des Knorpel auf dem Oberarmkopf und/oder der Schulterpfanne erlauben.
  • OP Risiken
    Bei jeder Operation gibt es Risiken. Die Knorpelglättung ist - beispielsweise im Vergleich zum Einbau künstlicher Hüft- und Kniegelenke - ein kleiner Eingriff. Es gelten die üblichen Risiken endoskopischer Operationen, wie Thrombosen / Embolien, welche am Arm sehr selten auftreten. Da durch´s Schlüsselloch operiert wird, liegt die Infektionsrate und Zahl der Wundheilungsstörungen unter einem Prozent, also im Promillbereich. Theoretisch kann es bei einer Knorpelglättung an der Schulter zu Blutungen kommen, wobei sich grossen Gefässe oder Nerven nicht in der OP Region befinden.
  • Nachbehandlung
    Die operierte Schulter und Arm dürfen direkt nach der Operation, beschwerdeangepasst, frei und uneingeschränkt befähigt werden. Schienen oder Ähnliches müssen am Arm nicht getragen werden. Eine Physiotherapie / Krankengymnastik wird in Absprache mit dem nachbehandelnden Arzt manchmal durchgeführt.
    Nach der Operation werden im Abstand einiger Tage die Wundpflaster gewechselt und die Wunde kontrolliert sowie etwa um den 10. bis 12. Tag nach der Operation die Hautfäden entfernt.
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Orthopädie, Schultersprechstunde, Klinikum Dortmund ( Mitte ), Beurhausstrasse 40, D-44137 Dortmund, 0231-953-21851





Autor und Ansprechpartner: Dr. med. Roland Sistermann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Leitender Arzt Schulter- und Ellenbogenchirurgie, Orthopädie, Klinikum Dortmund-Mitte