Alles wichtige Wissen rund um das MRT bzw. Kernspintomogramm der Schulter

/ schulter / diagnostik / kernspintomogramm


Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH


Die Kernspintomographie
der Schulter



von: Dr. med. Roland Sistermann


Stacks Image 283


1. Was ?
Es ist bildgebendes Diagnoseverfahren bei dem in einer Röhre Schichtbilder unter Verwendung eines Magnetfeldes hergestellt werden.
Neben der Bezeichnung "Kernspintomographie" werden auch Begriffe wie "MRI", "MRT" oder "NMR" benutzt. Sie alle bedeuten, daß eben diese Schichtbilder im Magnetfeld ( also ohne Röntgenstrahlen ) angefertigt werden.
Nun mag man meinen, daß damit das Röntgen zur Abklärung von Schulterproblemen nicht mehr nötig sei. Dem ist aber leider nicht so. Es verhält sich vielmehr so, dass sich Röntgentechnik und Magnetfelduntersuchung ergänzen. Beide stellen jeweils andere Strukturen besser dar, und je nach vorliegendem Schulterproblem wird man die eine oder andere Untersuchungstechnik bevorzugen, um die Abklärung zu vertiefen bzw. sie kombinieren.

Die Kernspintomografie ist ein Untersuchungsverfahren, das man auch an anderen Gelenken des Körpers ( Ellenbogen, Knie, et cetera ) einsetzt.



2. Wann ?
Mittels Röntgen- / CT-Technik sind knöcherne Strukturen, wie Bruchstücke bei Oberarmkopfbrüchen, Schlüsselbeinbrüchen, Pfannenformen, freie Gelenkkörper, u.ä besser darstellbar. Die Kernspintomographie hingegen erlaubt eine bessere Darstellung von Weichteilen, wie der Muskelmanschette ( also z.B. Beurteilung von Sehnenrissen ) oder die Einschätzung des Ausmaßes von Durchblutungsstörungen ( bei der Humeruskopfnekrose ). Bei Defekten der Rotatorenmanschette kann man indirekt - anhand des Verfettungsgrades der Muskeln und Art sowie Ausmaß der Verkürzung des Sehnenstumpfes - wertvolle Hinweise für die Auswahl einer zu planenden Therapie erhalten.

Das MRT ist übrigens die einzige Methode, welche zuverlässig einen Bone bruise ( sog. Knochenquetschung ) ausschließen bzw. erfassen kann.

Verhältnismäßig gut läßt sich auch der Knorpel mit seinen eventuellen Schäden abbilden. Dazu gibt es Standardbilder wie auch Spezialaufnahmetechniken.


Auch die Kernspintomographie kann man mit Kontrastmittelgaben in die Blutbahn oder in die Schulter ergänzen, z.B. zur Abklärung von Tumoren ( sog. MR-Arthrografie ). Dabei stellen sich im Rahmen der sog Kontrastmittelverstärkung ( auch KM-Enhancement genannt ) Zonen vermehrter Durchblutung an der Schulter dar.
Bei der direkten MR-Arthrografie wird das Kontrastmittel ( z.B. Gadolinium ) direkt in das Schultergelenk gespritzt. Bei der indirekten MR-Arthrografie spritzt man das Kontrastmittel in eine Vene ( Blutader ) und es verteilt sich von dort in das Schultergelenk.


Stacks Image 1803

Der technische Fortschritt lässt - in ausgewählten Fällen - auch eine 3D Darstellung von Kernspintomographiebildern zu.



3. Wie ?
Eine kernspintomographische Untersuchung der Schulter dauert etwa 20 bis 40 Minuten. Dazu muss man, während dieser Zeit, in einer "Röhre" liegen, in der ein Klopfgeräusch während der Untersuchung normal ist. Die gewonnenen Bilder sind als digitale Datensätze auf einer CD verfüg- und auswertbar oder als Papier- bzw. Filmfolienausdrucke.


4. Fachbegriffe:
MRT, Magnetresonanztomographie, NMR, MRI, MR-Arthrografie, MR-Arthrographie


Verwandte Artikel:
Computertomographie
Ein anderes Schichtbildverfahren für andere Erkrankungen und Verletzungen ...

Verletzungen der Schulter
Eine Übersicht ...

Schultererkrankungen
Das Wesentliche und Wichtige im Überblick ...



Wissenschaftliche Literatur:
1. Llopis E, et al, Normal shoulder MRI and MR arthrography: anatomy and technique, Semin Musculoskelet Radiol, 19(3).212-230, 2015
2. Foss EW, eta l, MRI of the shoulder in adults, Instr Course Lect, 64:75-86; 2015
3. Motamedi D, et al, Pitfalls in shoulder MRI: part 1 - anatomy and anatomic variants, AJR Am J Roentgenol, 203(3):501-507, 2014
4. Hartley KG, et al, MRI techniques: a review and update for the orthopaedic surgeon, J Am Acad Orthop Surg, 20(12):775-787, 2012


Orthopädie, Schultersprechstunde, Klinikum Dortmund ( Mitte ), Beurhausstrasse 40, D-44137 Dortmund, 0231-953-21851