Die verletzte Schulter und der Golfsport - Komaptwisssen für Alle

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Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH


Golf

- Schulterverletzungen und Schultererkrankungen -



von: Dr. med. Roland Sistermann


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Inhalt

1. Typische Schulterbeschwerden und -verletzungen

2. Statistik

3. Überlastungsschäden

4. Schulterprothesen


1. Typische Schulterbeschwerden und -verletzungen
Golf ist ein verhältnismässig populärer Sport. In vielen Ländern der Erde spielen zwischen 10 und 20% der erwachsenen Bevölkerung Golf.

Beim Golfspiel muss man zwischen Verletzungen durch Unfälle und Überlastungen der Schulter des Spielers unterscheiden.
Desweiteren sind die Ursachen der Schulterbeschwerden bei Profis anders gelagert als bei Amateuren. Von allen Sportverletzungen beim Golf steht die Schulter an dritter Stelle ( nach der Wirbelsäule und Verletzungen des Ellenbogens ).
In der täglichen Praxis kommen die Schulterschmerzen beim Golf durch die Kombination einer Überlastung in Verbindung mit altersbedingten degenerativen Veränderungen am häufigsten zustande.



2. Statistik
Etwa 82 % der Beschwerden kommen beim Golfspiel durch Überlastung zustande und 18 % durch Unfälle. Davon sind 50 % leichte Verletzungen, 25 % mittelschwere und 25 % schwere Verletzungen. Insgesamt sind akute und schwere Verletzungen die Ausnahme. Eine Studie aus dem Jahr 2007 beziffert die Verletzungsrate beim Golf auf etwa 16%. Ein Zusammenhang ist nachgewiesen für den Schlägerwechsel und das Wettkampfspiel. Andere Faktoren, wie das Alter, Handicap, Geschlecht oder Aufärmverhalten scheinen keine Rolle für die Verletzungsanfälligkeit zu spielen. Verletzungen scheinen mehr bei Amateuren eine Rolle zu spielen, und zwar durch nicht korrekt ausgeübte Schläge.



3. Überlastungsschäden
Viel häufiger sind Schäden infolge chronischer Überlastungen. Diese Überlastungsschäden sind bei Profigolfern vermehrt zu beobachten.

Die Golferschulter entsteht durch Überlastungen an der Rotatorenmanschette, Bizepssehne, Schleimbeutel ( sog. Bursitis subakromialis ) oder am Schultereckgelenk. Ursächlich sind die oft monotonen, einseitigen Bewegungen des Golfschwunges, die zu Überlastungen an den zuvorgenannten Schulterstrukturen führen. Meistens sind auch gewisse altersbedingte Verschleißerscheinungen an der Schulter zu berücksichtigen. Am meisten gefährdet ist die "lead shoulder", also beim rechtshändigen Golfspieler der linke Arm. Bei professionellen Spielern stehen Verletzungen der Rotatorenmanschette - nicht selten kombiniert mit einer hinteren Instabilität - im Vordergrund. In Einzelfällen werden Risse der hinteren Knorpellippe, an der rückwärtigen Schulterpfanne, beschrieben.

Bei Amateuren sind die Hauptursachen für Schulterprobleme beim Golfspiel:
1. vorbestehende Knochen- / Gelenkerkrankungen.
2. eine schlecht trainierte Muskulatur im Schulterbereich.
3. eine technisch unausgereifte Schlagtechnik.

Beobachtet werden vor allem Risse oder Teilrisse der Rotatorenmanschette, die oft mit einer Enge unter dem Schulterdach ( Impingement ) kombiniert sind. Die Schmerzen bestehen dann bei Schlägen in und über Schulterhöhe. Die Therapie wird zunächst nichtoperativ sein. Hilft sie nicht, wird man operativ tätig, indem man die Muskelmanschette näht und die Enge unter dem Schulterdach beseitigt. Amateure neigen eher zu Verletzungen der dominanten Schulter ( und Profis umgekehrt ).


Golf, Teilriss, Pratiariss, Partialruptur, Sehne, Supraspinatus

Arthroskopischer Blick auf einen Teilriss an der Unterseite der Rotatorenmanschette.



Wenn beim rechtshändigen Golfer die linke Schulter betroffen ist, sollte man an Probleme des Schultereckgelenkes denken.

Im Allgemeinen gilt Golf als eine ungefährliche Sportart, was die Schulter angeht. Dennoch können Überlastungen und Verletzungen duchaus schwer und langwierig sein.


4. Schulterprothesen:
Ein Sonderthema sind Patienten mit Schulterprothesen. Sie sind nach circa 5 - 6 Monaten wieder in der Lage ihren Golfsport aufzunehmen und das häufig auf dem vorbestehenden Leistungsniveau. Am ehesten ist davon auszugehen, dass die Belastung des Golfspieles die Haltbarkeit des künstlichen Schultergelenkes nicht herabsetzt.


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Wissenschaftliche Literatur:
1. Liem D, et al., Shoulder injuries in golf, Orthopäde, 43(3):244-248, 2014
2. Kim DH, et al., Shoulder injuries in golf, Am J Sports Med, 32(5):1324-1330, 2014
3. Mitchell K, et al., Shoulder motions during golf swing in male amateur golfers, J Orthop Sports Phys Ther, 33(4):196-203, 2003
4. Papaliodis D, et al., Impact of total shoulder arthroplasty on golfing activity, Clin J Sports Med, 25(4):338-340, 2015
5. Ostreicher M, et al., Relation between shoulder impingement syndrome and club head velocity in high-performance amateur golfers, Sportverl Sportschäden, 27(2):108-111, 2013
6. Meister DW, et al., Rotational biomechanics of the elite golf swing: benchmarks for amateurs, J Appl Biomech, 27(3):242-251, 2011


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