Das ist das notwendige Wissen zu freien Gelenkkörpern an der Schulter

Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH


Entfernung

freier Gelenkkörper

aus der Schulter



Stacks Image 283

Mittels einer Fasszange wird der freie Gelenkkörper, hier aus der linken Schulter entfernt.



  • Freie Gelenkkörper sind manchmal erbsgrosse, manchmal auch kleinere oder auch deutlich grössere, Knorpel- und oder Knochenstücke, welche im Binnenraum des Schultergelenkes ( oder vereinzelt auch ausserhalb ) liegen. Ähnlich „Sand im Getriebe „ reiben sie die Knorpeloberfläche an und zerstören das Gelenk.
    Je nach Arm- und Schulterbewegung ändern sie ständig ihre Lage. Sie werden ganz häufig durch´s Schlüsselloch, also arthroskopisch / endoskopisch - selten über eine offene Operation, aus der Schulter entfernt. Das kann bisweilen, besonders wenn sich diese Gelenkkörper in der Achselhöhle verklemmen oder hinten unten in der Achselhöhle liegen, durchaus eine Herausforderung darstellen.
  • Operation
    Verbleiben freie Gelenkkörper in der Schulter führen sie nahezu zwangsläufig zu der Entwicklung eines fortschreitenden Verschleisses in der Schulter. Ähnlich wie "Sand im Getriebe " reiben sie zwangsläufig die Knorpelschicht auf der Schulterpfannne und Oberarmkopf ab. Deshalb müssen sie fast immer entfernt werden.
  • OP-Technik
    Es gibt spezielle endoskopische Fasszangen, welche bei einer Schulterarthroskopie eingesetzt werden, um diese freien Gelenkkörper aus der Schulter zu entfernen. Sind die Gelenkkörper besonders gross kann man sie auch mittels arthoroskopischer Schneidezangen und - besser zunächst vor Ort im Gelenk zerteilen und die einzelnen Stücke entfernen. Wenn sie klein sind kann man die Körper auch durchaus „ähnlich einem Staubsauger“ aus der Schulter absaugen.
    Sehr grosse freie Gelenkkörper muss man in Ausnahme fällen über einen kleinen offenen operativen Schnitt ( mini open Technik ) entfernen.
  • Risiken
    Bei jeder Operation gibt es Risiken. Die Entfernung freier Gelenkkörper aus der Schulter ist - beispielsweise im Vergleich zum Einbau künstlicher Hüft- und Kniegelenke - ein kleiner Eingriff. Es gelten die üblichen Risiken endoskopischer Operationen, wie Thrombosen / Embolien, welche am Arm sehr selten auftreten. Da durch´s Schlüsselloch operiert wird liegt die Infektionsrate und Zahl der Wundheilungsstörungen liegt unter einem Prozent, also im Promillbereich. Theoretisch kann es bei einer Entfernung freier Gelenkkörper aus der Schulter zu Blutungen kommen, wobei sich grossen Gefässe oder Nerven meistens nicht in der OP Region befinden. Es kann auch vereinzelt vorkommen, daß die Gelenkkörper so groß sind oder so ungünstig liegen, daß man genötigt ist vom arthoroskopischen Operieren durch´s Schlüsselloch auf eine offen Operationstechnik überzugehen.
  • Nachbehandlung
    Die operierte Schulter und Arm dürfen direkt nach der Operation, beschwerdeangepasst, frei und uneingeschränkt bewegt werden. Schienen oder Ähnliches müssen am Arm nicht getragen werden. Eine Physiotherapie / Krankengymnastik wird in Absprache mit dem nachbehandelnden Arzt manchmal durchgeführt.
    Nach der Operation werden im Abstand einiger Tage die Wundpflaster gewechselt und die Wunde kontrolliert sowie etwa um den 10. bis 12. Tag nach der Operation die Hautfäden entfernt.
  • Arbeitsunfähigkeit
    Nach dem Entfernen der freien Gelenkkörper ist man, je nach beruflicher Tätigkeit, zwischen 1 und 4 Wochen arbeitsunfähig krank geschrieben.
Alle öffnen


Orthopädie, Schultersprechstunde, Klinikum Dortmund ( Mitte ), Beurhausstrasse 40, D-44137 Dortmund, 0231-953-21851





Autor und Ansprechpartner: Dr. med. Roland Sistermann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Leitender Arzt Schulter- und Ellenbogenchirurgie, Orthopädie, Klinikum Dortmund-Mitte