Die Coracoplastik, das muss man zu der eher selten durchgeführten Schulteroperation wissen

Ein Service der Schultersprechstunde - Orthopädie, Klinikum Dortmund gGmbH


Die Coracoplastik


Coracoplastik, Koracoplastik

  • Unter einer Coracoplastik versteht man einen operativen Eingriff an der Schulter, welcher durch´s Schlüsselloch ( arthroskopisch / endoskopisch ) vorgenommen wird. Dabei wird am und unter dem Rabenschnabelfortsatz ( Coracoid ) Knochen durch´s Schlüsselloch abgetragen, um eine dortige Enge zu beseitigen.
  • OP Veranlassung
    Wenn eine schmerzhafte Einklemmung unter dem Rabenschnabelfortsatz vorliegt ( sog. subcorakoidales Impingement ), die nicht mehr auf konservative Behandlungen ( z.B. Tabletten, Spritzen, Physiotherapie, et cetera ) reagiert, wird eine Coracoplastik durchgeführt. Es klemmt dabei die Sehne vom Subscapularismuskel im engen Raum zwischen dem Rabenschnabelfortsatz ( Coracoid ) und dem Oberarmkopf, bei bestimmten Bewegungen, vorne an der Schulter ein. Die Operation wird mit dem Ziel durchgeführt eine Schmerzbefreiung zu erreichen.
  • OP-Technik
    Eine Coracoplastik ist ein operativer Eingriff, welcher durch´s Schlüsselloch vorgenommen wird. Zunächst wird die Arthroskopiekamera plaziert und die Situation vor Ort im Schultergelenk analysiert. Anschliessend wird eine endoskopische Präzisionsfräse ins Schultergelenk eingebracht und unter Kamerasicht wird der Raum unter dem Rabenschnabelfortsatz ( Coracoid ) freigefräst und geglättet.
  • OP-Risiko
    Bei jeder Operation gibt es Risiken. Eine Korakoplastik ist - beispielsweise im Vergleich zum Einbau künstlicher Hüft- oder Kniegelenke - ein kleinerer Eingriff. Es gelten die üblichen Risiken endoskopischer Operationen, wie: Thrombosen / Embolien, welche am Arm sehr selten auftreten. Da durch´s Schlüsselloch operiert wird liegt die Infektionsrate und Zahl der Wundheilungsstörungen unter einem Prozent, also im Promillbereich. Theoretisch kann es bei der Korakoplastik zu Blutungen kommen, wobei sich grossen Gefässe oder Nerven nicht in der OP Region befinden.
  • Nachbehandlung
    Der operierte Arm braucht nach einer arthroskopischen Coracoplastik in keiner Schlinge oder Ähnlichem getragen werden. Er kann - soweit es die Wundschmerzen der Operation zulassen - frei bewegt werden.

    Sport kann im Allgemeinen mit Beginn der Aufnahme der Berufstätigkeit begonnen werden. Dabei ist zwischen schulterbelastenden Sportarten ( Schwimmen, Ballspiele, u.ä. ) und nicht belastenden Sportarten ( z.B. Joggen ) zu unterscheiden. Eine individuelle Rücksprache sollte im Einzelfall getroffen werden.
  • Arbeitsunfähigkeit
    Eine Arbeitsfähigkeit wird bei aufsichtsführender Tätigkeit und in nicht körperlichen belasteten Berufen nach circa einer Woche erreicht - ansonsten nach etwa 3-4 Wochen. Bei beruflich notwendiger körperlicher Schwerarbeit kann die Arbeit nach ca. 6 Wochen wiederaufgenommen werden.
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Arthroskopie, subcoracoidales Impingement, Einklemmung, Schmerzen, Schulter

Blick mit der Arthroskopiekamera nach vorne in das rechte Schultergelenk: Der Rabenschnabelfortsatz wölbt sich in das Gelenk nach innen hervor und führt derart zu schmerzhaften Einklemmungen der Subscapularissehne, welche zerfasert.



Orthopädie, Schultersprechstunde, Klinikum Dortmund ( Mitte ), Beurhausstrasse 40,
D-44137 Dortmund, Tel.: 0231-953-21851





Autor und Ansprechpartner: Dr. med. Roland Sistermann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Leitender Arzt Schulter- und Ellenbogenchirurgie, Orthopädie, Klinikum Dortmund-Mitte